Auf den Spuren des Regenwurms

(09.04.2020)

Wovon spreche ich? Wenn Sie den folgenden Textauszug ihren Kindern vorlesen bin ich mir sicher, dass sie ihnen schnell sagen können wovon die Rede ist.

Es handelt sich um ein Lebewesen, oder einige Lebewesen die schon einige Monate in unserem Kreativraum eingezogen sind. Sie haben einen Mund und Borsten aber Augen, Nasen und Ohren fehlen ihnen. Sie können nicht laufen, aber bewegen sich fort. Sie haben keine Beine aber tragen dennoch einen Gürtel. Sie leben und arbeiten in der Finsternis und sind für uns Menschen im Garten und auf Feldern unabdingbar.
Ich bin mir sicher spätestens jetzt wissen ihre Kinder von welchem Tier die Rede ist. Es geht um den Regenwurm.

Seit Mitte Januar habe ich im Rahmen meiner Ausbildung mit einer Gruppe von Kindern ein Gartenprojekt begonnen. Nach gemeinsamen Überlegungen haben wir beschlossen uns erst mal mit dem Thema Regenwurm zu beschäftigen, da dies die Kinder besonders interessiert hat.
Wir treffen uns 2-3 Mal die Woche mit der Projektgruppe. Mittlerweile stellen die Kinder immer interessante und forschende Fragen. Gemeinsam suchen wir nach Antworten.

Möglichst nah am Geschehen haben wir ein Regenwurmhaus errichtet, die Regenwürmer angeschaut, gemessen, unter dem Mikroskop betrachtet und viel wissenswertes über den Lebensraum erfahren,
Für uns steht fest, dass der Regenwurm unser Leben bereichert. Er ist ein anspruchsloses Lebewesen, was dafür sorgt, dass unsere Erde gut durchlüftet ist. Dadurch sind wir vor Überschwemmungen geschützt und unsere Pflanzen können besser wachsen.
Der Regenwurm ist,  wie viele andere Insekten,  für unsere Natur unabdingbar. Die Kinder haben das herausgefunden. Während meinem Projekt konnte ich beobachten, dass die Kinder einen achtsamen Umgang mit den Insekten zeigen. Die Kinder sind fürsorglicher geworden und bringen die Insekten in ihren Lebensraum zurück. Vielleicht müssen auch wir unser Handeln in unserer Funktion als Vorbild überdenken?

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlass der Zeit.
-Deutsches Sprichwort-

 

 

 

Sommernachtsfest der Insekten

Sommernachtsfest der Insekten

Aus dem Wald hört man ein Singen,
deutlich auch Musik erklingen.
Insekten feiern heut ein Fest,
ein jeder sich was einfall´n lässt.

Dicht unter der Fliegenpilze Dach
gehen alle ihren Freuden nach.
Ist das ein Schwirren und ein Brummen,
besonders laut die Hummeln summen!

Die Grille zirpt aus voller Seel´,
Maikäfer Hans gibt den Befehl,
dass ab sofort man tanzen kann,
da fängt Spinnengezeter an.

„Du trittst mir ständig auf die Beine,
viel lieber tanze ich allein“
-hört man die Spinnenfrau laut wettern-
„du Mann taugst wirklich nur zum Klettern!“

Grashüpfer Max springt gleich dazwischen,
hier kann allein nur er mitmischen.
Graziös hüpft er nun hin und her
 zeigt, dass das Tanzen gar nicht schwer.

Schon bald sieht man ´nen schönen Reigen,
denn alle wollen sich jetzt zeigen.
Die Fliege tanzt nun mit der Mücke,
Libelle Su zeigt Solostücke.

Ganz herrlich ist dies jetzt anzusehn,
allein die Schnecken lieben´s bequem.
Sie schauen aus ihrem Schneckenhaus
nur sinnlich und ganz verträumt heraus.

Sehr bald begann es dann zu dunkeln,
schön hört man was von Essen munkeln.
Die Bienen schleppten Honig herbei,
Ameisen hatten Eier dabei.

Marienkäfer deckten den Tisch
mit Leckereien köstlich und frisch.
Die Spinnen webten feine Netze,
darunter man zu Tisch sich setzte.

Glühwürmchen zündeten Lichter an,
der große Schmaus sodann begann.
Man feierte so die ganze Nacht,
allen hat es viel Spass gemacht.

Danach ging ein jeder zufrieden heim,
so sollte es schließlich ja auch sein.
Für ´nen Regenwurm kam nun das Beste,
denn der genoss die vielen Reste.

(c) Gerhild Decker/ Juli 2009